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Geschichte

Das Gut „Halber Mond“ findet erstmals Anfang des 17. Jahrhunderts als Adelshof Erwähnung. Im Laufe der Jahrhunderte wird es hauptsächlich als Gasthof genutzt. Die Gebäude des Anwesens sind auf dem Stich von Merian gut zu erkennen.

Die Gegend um Heppenheim ist im 19. Jahrhundert ein beliebtes Reiseziel für das gehobene Bildungsbürgertum. Auf den Spuren bekannter Dichter und Schriftsteller reiste man auch in die Stadt Heppenheim und residiert dort im Gasthof „Halber Mond“. Der Gasthof wird in Reiseführern unter anderem wie folgt beschrieben: „Ich fand hier in dem halben Mond einen vortrefflich bestellten Gasthof (...)“1 . „Beeilen wir uns, in der Vorstadt, welche zu neuern Zeiten erbaut worden, den sehr vorzüglichen Gasthof des Hrn. FRANK im halben Mond zu erreichen (ein Mond, von dem gar manche Sonnen verdunkelt werden) um, nach Beseitigung aller dringlichen Geschäfte, einen Führer nach der Starkenburg zu verlangen.“2 Der Autor zieht den Halben Mond einem anderen Heppenheimer Gasthof „Die Sonne“ vor. So auch das Handbuch für Reisende, 1816: „Gasthäuser: 1. Der halbe Mond; 2. Die Sonne. Ersteres ist das beste.“ Der Baedeker von 1855 nennt den Gasthof ebenfalls: „(...) Heppenheim (*Halber Mond), mit einer von Carl d. Gr. erbauten Kirche (...)“3.

geschichte

Auch im europäischen Ausland ist die Gegend um Heppenheim ein beliebtes Reiseziel. Die englische Autorin Elisabeth Gaskell schreibt nach einem Aufenthalt die Novelle „SixWeeksAt Heppenheim“4 , in der sie das Gasthaus „Halbmond“ erwähnt.

Im Laufe der Zeit wird der Gasthof immer wieder erweitert, bis er im Jahr 1911 durch einen Brand zerstört wird. Nach den Plänen von Heinrich Metzendorf wird der Gasthof von Karl Michael Seibert neu aufgebaut. Neben einem neuen Eingang und Treppenhaus werden auch unterirdische Stellplätze für Autos errichtet.

Nach dem Tod von Seibert bewirtschaften verschiedene Wirte den Gasthof, bis er in den 70er Jahren von der Stadt Heppenheim erworben wird. 1975 wird er als Bürgerhaus eingeweiht.

2008 erwirbt die Familie Streit den Gasthof „Halber Mond“ und restauriert das historische Gebäude sorgfältig. Seit Juni 2011 steht der Gasthof „Halber Mond“ den Besuchern wieder offen. Betriebsleiter ist der Hotelbetriebswirt Christan Heimann. Das hauseigene Bier und die gute Küche laden zum Verweilen ein.


1Alexander von Lengerke, Reise durch Deutschland, 1839.
2Karl Caesar von Leonhard, Fremdenbuch für Heidelberg und die Umgegend, 1834.
3Handbuch für Reisende durch Deutschland und den Österreichischen Kaiserstaat, 1855.
4Elisabeth Gaskell, Cousin Phillis and other tales, 1867, S. 164, 177, 181, 193, 201, 203